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Urologie

Direktor:
Prof. Dr. med. Bernd Wullich
Kontinenzzentrum

Internationaler „SNS-Workshop“ begeistert Teilnehmer

Sakrale Neuromodulation zur Behandlung von Stuhl- und Urininkontinenz stößt auf weltweites Interesse

Die Sektion Koloproktologie der Chirurgischen Klinik am Uni-Klinikum Erlangen, Hauptkooperationspartner des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums gestaltete am 6. und 7. Juli den bekannten und bewährten Workshop „Pelvic Floor Neuromodulation Fundamentals Training“ in Zusammenarbeit mit der international agierenden belgischen Einrichtung zur medizinische Weiterbildung „ECMT - European Continuing Medical Training“. Der Workshop findet in dieser Form seit 9 Jahren zwei bis drei Mal jährlich abwechselnd in Erlangen und der Urologischen Klinik der Universität Antwerpen statt und bietet den bunt gemischten Teilnehmern aus aller Welt ein umfassendes und praktisch ausgerichtetes Basistraining zur Behandlung von Funktionsstörungen des Darmtraktes, insbesondere der Inkontinenz und der Blase mittels Sakralnervstimulation.
Prof. Matzel (2. von rechts, linkes Bild) und Prof. de Wachter (2. Von links, rechtes Bild) üben mit den Workshop-Teilnehmern in der Anatomie das Setzen von Stimulationselektroden.
Prof. Matzel (2. von rechts, linkes Bild) und Prof. de Wachter (2. Von links, rechtes Bild) üben mit den Workshop-Teilnehmern in der Anatomie das Setzen von Stimulationselektroden.

„Give me another X-ray“ bittet Prof. Stefan de Wachter von der Universität Antwerpen und Komoderator des Workshops seinen Kollegen Prof. Klaus Matzel vom Uni-Klinikum Erlangen, der gerade im OP eine Elektrode gesetzt hat. Die OP der Nervenstimulation mittels implantierter Schrittmacher wird live in den Konferenzraum der Chirurgie übertragen nebst der währenddessen aufgenommenen Röntgenbilder mit denen der Chirurg die Position der Stimulationselektroden kontrolliert. Die Teilnehmer verfolgen gespannt die Operation und werden von den beiden Moderatoren laufend aktiv mit eingebunden: „Was denken Sie über die Position der Elektrode? Würden Sie etwas ändern?” fragt Prof. Matzel aus dem OP in die Workshoprunde. Postwendend kommen Kommentare  aus dem Publikum.

Zielsetzung des zweitägigen Workshops ist es interessierten Kollegen - diesmal aus Südafrika, Iran, Saudi Arabien, der Türkei, Italien, Belgien, Niederlande, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland angereist - umfassend mit der Theorie und Praxis der Technik der Sakralnervenstimulation vertraut zu machen. Neben theoretischen Informationen zum Behandlungsverfahren und dem Mitverfolgen der Live-Operationen üben die Teilnehmer das Programmieren von Schrittmachern und das Setzen von Elektroden. Ein Highlight des Trainings ist der im Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Erlangen stattfindende Abschnitt: Die Teilnehmer können hier unter Anleitung der Moderatoren das Setzen einer „Tined-Lead“-Elektrode an vorbereiteten Präparaten des menschlichen Torsos üben - inkl. Röntgenaufnahme zur Überprüfung. „Das praktische Training ist für Ärzte, die die Behandlungstechnik anwenden wollen, am allerwichtigsten“ meint Prof. Matzel. „Dank der Unterstützung durch unsere Anatomen können die Teilnehmer das Verfahren genauso üben wie sie es später im OP selbst durchführen. Das ist immens hilfreich.“

Prof. Matzel freut sich über den breiten Erfolg der Behandlungsmethode, die 1994 von ihm weltweit erstmalig bei Patienten mit mangelnder Stuhlkontrolle eingesetzt wurde. „Es hat einige Jahre gedauert, aber zwischenzeitlich hat die Methode weltweite Akzeptanz erlangt und ist die zentrale Technik zur Behandlung von Stuhlinkontinenz.“ Das wenig invasive Verfahren weist im Vergleich zu anderen Techniken die beste Wirksamkeit bei vergleichsweise niedrigem Risiko und wenigen Nebenwirkungen auf.

„Inkontinenz schränkt die Lebensqualität der Betroffenen immens ein. Es ist großartig wenn wir das Leiden unserer Patienten lindern können und sie wieder aktiv am Leben teilnehmen können.“ schließt Prof. Matzel. „Durch das Training der Kollegen wird dieser Effekt weiter in die ganze Welt hinausgetragen. Das wird vielen Menschen das Leben leichter machen.“

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Klaus Matzel

Telefon: 09131 85-41810

koloproktologie-matzel.chir@uk-erlangen.de

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